In einer weiteren Folge von Petra-on-Tour geht es heute im Gespräch mit Irina Slot um die Funktion der nicht-persönlicheirochka v sadike s telefonomn Kommunikation:
Was ist da anders als im Gespräch face-to-face, wo ja das Thema Distanz eine große Rolle spielt (im englischen Sprachraum ist z.B. ein gewisser räumlicher Abstand zwischen den Teilnehmern unabdingbar)?

Für uns in Deutschland ist die E-Mail seit langem schon das selbstverständliche Mittel der Kommunikation, speziell im Geschäftsleben. Ist das in China oder Russland auch so?
Warum ist für Irina Slot die E-Mail eine der „schlimmsten Formen“ der virtuellen Kommunikation? Was für uns selbstverständlich ist, muss in einem anderen kulturellen Koordinatensystem nicht so sein … da spricht sich die erfahrene Dozentin und Referentin für interkulturelle Kompetenz ganz entschieden für ein Vorab-Telefonat aus.

Und wie ist das mit einem Dialekt oder Akzent beim Telefonieren? Ist der immer von Nachteil? Oder kann solch eine Tatsache nicht auch zu einer Art Merkmal werden?

Hört mehr darüber in der aktuellen Folge – auch darüber, in welchem Zeitraum die Beantwortung einer E-Mail erwartet wird … das ist nämlich von Land zu Land durchaus verschieden!

Viele Hörer von Guerilla FM fanden diese Folge amüsant und sehr nützlich zugleich, und Sie?

Zu hören und zu kommentieren unter: www.

Quellen: www.GuerrillaFM.de; Fotorechte: Roman Leytus

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enginners of jihad source amazon„Die Ingenieure des Jihad“ (Engeneers of Jihad) heißt das Buch des britischen Soziologen Diego Gambetta und des Politologen Steffen Hertog. Schon der Titel verschlägt einem den Atem, und die quantitativen Erkenntnisse darin – umso mehr. Wenn auch nicht alle Terroristen einen Hochschulabschluss haben (z.B. die Täter der Attentate auf Charlie Hebdo und den koscheren Supermarkt in Paris haben nicht mal einen Schulabschluss), überwiegt unter den Hochschulabsolventen die Anzahl der Ingenieure: „Von 207 muslimischen Radikalen aus den muslimischen Ländern, deren Beruf bekannt ist, haben 93 (oder 44.9%) Ingenieurwesen studiert, im Vergleich zu 11,6% des Anteils der Hochschulabsolventen in der Gesamtbevölkerung. Von 71 muslimischen Radikalen, die aus dem Westen kommen und deren Hochschulbildung bekannt ist, haben 32 (45%) einen Ingenieur-Titel im Vergleich zu 16,2% des Anteils der Ingenieure unter den in Westen vergebenen Hochschulabschlüssen“ (unsere Übersetzung).

Die Autoren des Buches geben auch eine weitere interessante Statistik kund, die nachweist, dass zumindest für die arabische Welt die Aussage „Arbeitslosigkeit führt zum Radikalismus und Terrorismus“ widerlegt: von 497 Militanten in der muslimischen Welt haben 46,5% einen Hochschulabschluss – im Vergleich zur entsprechenden Quote für die Gesamtbevölkerung von 25,2%. Speziell für Ingenieure bedeutet das für die Autoren, dass nicht die soziale Situation als solche, sondern die Diskrepanz zwischen der eigenen hohen Erwartung und der ernüchternden Realität ihrer sozialen Situation zur Radikalisierung in diesem Feld führt.

Doch im Blog für kulturelle Fragen beschäftigt uns sicherlich in erster Linie die Frage nach der Berufskultur. Hat Hillary Clinton die Ingenieure am Beispiel von Mursi des linearen Denkens bezichtigt (http://www.interkulturell.eu/2014/unsere-antwort-an-hilary-clinton/), vermuten die Autoren des o.g. Buches, dass Denken in Formeln und nicht das ständige Hinterfragen des Vorgegebenen (wie in ihren Studienfächern) die Menschen leichter radikalisieren lässt. Klingt plausibel, zumindest für die Soziologen, doch für Ingenieure – eher beleidigend. In diesem „Kulturkonflikt“ gibt es ja kaum Zwischengänger, die beide Denkweisen miteinander vergleichen könnten, wie es sie hingegen zwischen den Ingenieuren und BWLern oder zwischen den Soziologen und Politologen gibt.

An eine Ausnahme muss ich dabei unwillkürlich denken: der Guru des Interkulturellen Managements Geert Hofstede wird für seine „mechanische und oberflächliche“ Ländervergleiche von „Kollegen“ heftig kritisiert. Und er muss das Geheimnis seiner professionellen Herkunft hüten. Denn bevor er seine Doktorarbeit in der Soziologie schrieb, wurde er als Schiffbau-Ingenieur ausgebildet. Damit wird es klarer, warum er es sich zum Ziel gesetzt hat die Kulturdimensionen so zu formulieren, dass der quantitative objektive Vergleich möglich wurde (www.geerthofestede.nl) – im Vergleich zu den qualitativen Kulturdimensionen seines Vorgängers, dem US-amerikanischen Soziologen und Anthropologen Edward T. Hall (www.edwardthall.com). Und vielleicht erklärt dies auch ein wenig, warum seine Kulturdimensionen – bei aller berechtigten wissenschaftlichen Kritik – so gut in der Praxis funktionieren, von den Praktikern (nicht nur Ingenieuren, sondern auch Medizinern, Managern und Juristen) angenommen und verwendet werden, und tatsächlich zur besseren Zusammenarbeit zwischen den Menschen verschiedenster Herkunft führt.

Doch auch für den hier vermuteten Kulturkonflikt zwischen dem Objekt des Buches und den Subjekten der Autoren hilft: die „Kulturelle Brille“ wenn nicht ablegen, dann aber wahrzunehmen, einander kennenzulernen, sich von verschiedenen Perspektiven nicht abschrecken zu lassen, sondern von ihnen zu profitieren.

Foto: Princeton University Press

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Internationale Verhandlungen

Februar 16, 2016

Ganz viel Akzent als Übung des interkulturellen Dialogs, einige Gedanken zum interkulturellen Management und viele Tipps für erfolgreiches Führen der internationalen Verhandlungen finden sich hier: http://guerrillafm.de/gfm-folge-348-internationale-verhandlungen/ Viel Spaß beim Hören und viel Erfolg beim Umsetzen wünscht Irina Slot      

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Vielfältige Vielfalt

Januar 20, 2016

Im Andenken an Frau Professor  Gertraude Krell Der Begriff „Diversity“ erlebt schwierige Zeiten: Abneigung gegen Anglizismen, Ermüdung durch Wiederholungen, ja Argwohn aufgrund vieler schöner Broschüren und Webseiten zu diesem Thema. Dazu kommt, dass jeder Diversity-Beauftragte und Diversity-Forscher bestimmte Schwerpunkte setzt, die oft mit der eigenen Prägung verbunden sind – ganz nach dem Motto „Mein Diversity-Faktor ist […]

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OSZE Deutschland Dialog

Januar 13, 2016

  „Kultur des Dialogs – Dialog der Kultur“ – unter diesem Motto fand am 12. Januar die feierliche Zeremonie im Auswärtigen Amt in Berlin anlässlich der Übernahme des OSZE-Vorsitzes durch Deutschland statt. Der Untertitel „Verständigung und kultureller Austausch als Elemente von Sicherheit und Stabilität im OSZE-Raum“ und das Programm (musikalische Intermezzi und eine Podiumsdiskussion mit […]

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Studenten auf der Unitreppe und am Beginn ihrer Karriereleiter

September 12, 2015

Dies ist die Treppe vor dem Hauptgebäude der Humboldt-Universität in Berlin. Ob das „Vorsicht Stufe“ nur ein Kunstobjekt ist oder „nur“ die Umsetzung einer Sicherheitsrichtlinie, die Wirkung darf auf die jungen Leute verheerend sein: bloß nicht zu stürmisch auf der Treppe, bloß nicht zu mutig auf der Karriereleiter, bloß nicht Stufen überspringen und nach der […]

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Interkulturelle Kompetenz in Wort und Bild

August 24, 2015

https://www.youtube.com/watch?v=_WdeAZFx2zs Schauen Sie es doch an, geben es weiter und bewerten Sie es unter: info@interkulturell.eu. Captain Slot und  die Crew sagen „Ahoi!“ für die zweite Hälfte des Jahres – mit Kulturdimensionen als  „Kompass“  im internationalen Verhandeln, interkulturellen Projekt- und Konfliktmanagement.     

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Apropos Mario Draghi: Super Mario’s Rede wird drei Jahre alt

Juli 7, 2015

Seltener Fall auf diesem Blog: ein Kalenderblatt. Doch wir nehmen den dreijährigen Geburtstag der historischen Rede von EZB Chef Mario Draghi – am 26. Juli 2012  in London – zum Anlass, über den kulturspezifischen Umgang mit Schulden und Schuldenkrise zu philosophieren. Obwohl die Experten sich einig sind, dass die damals von Draghi ausgesprochene „Whatever that […]

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Premiere auf youtube und überhaupt

Juli 1, 2015

Student der Universität Potsdam Hussein Nasabieh hat im Rahmen des Seminars „Interkulturelle Kompetenz in der Praxis“ einen Vortrag gehalten, der mit eigenem und eigens dafür geschriebenen Gedicht anfing. Freundlicherweise erlaubte er seiner begeisterten Dozentin, das Vortrages des Gedichtes aufzunehmen und zu veröffentlichen: www.youtube.com/watch?v=IpewzY7r3lc  

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Diversity bildlich

Juni 28, 2015

Ein Geflecht zeichnet sich dadurch aus, das die einzelnen Stränge nicht im Ganzen aufgehen, sondern – wohl geändert in der Form – das Ganze mitbilden. Ungewollt , aber goldrichtig,  hat Mira Menez die lebendige Vielfalt auf einem Berliner Gymnasium veranschaulicht: das indonesisch-russische Geflecht. Nur ein Symbol? Oder ein Bild für die sich wandelnde Kultur?

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